Spieltherapie für einen Ara

Chico ist ein Gelbbrustara, Alter und Geschlecht sind unbekannt. 

Vorgeschichte:
Chico wurde vor ca. 3 Jahren zu uns gebracht. Er hatte sich Brust, Bauch und Rücken komplett kahl gerupft. Chico war von einem Tierschutzverein aus einer sehr schlechten Haltung befreit worden. Vorher hatte sich eine Mitarbeiterin bei uns erkundigt, ob wir den Ara aufnehmen können. Wir wollten Egon, einem weiblichen Gelbbrustara, dessen Partner vor kurzem gestorben war, mit Chico einen neuen Partner bieten. 

Chico wurde in seinem Käfig gebracht. Der Käfig war ca. 45 cm mal 60 cm groß und ungefähr 90 cm hoch, er war mit einer Sitzstange und zwei Plastiknäpfen ausgestattet. Chico konnte gerade mal aufrecht darin sitzen, die Flügel konnte er nicht öffnen. Mit der Schwanzspitze stieß er auf den Boden. In diesem Käfig hat der Ara einige Jahre !! (ohne Ausflug) gesessen. 
Chico lebte sich schnell ein und verstand sich gut mit Egon. Für eine kurze Zeit bewohnten die beiden eine Einzelvoliere mit Außenbereich. Sie kamen gemeinsam zum Futter, suchten gemeinsam die Außenvoliere auf und schliefen gemeinsam, sie hatten ausreichenden sozialen Kontakt mit einander. Egon war ein schlechter Flieger und Chico war auf Grund der jahrelangen Käfighaltung flugunfähig. 

Nach einigen Monaten hatten wir das Gefühl, dass es den beiden alleine in einer Voliere zu langweilig wird. Chico bedrängte Egon häufig und fing an, auch ihm das Gefieder zu rupfen. Egon protestierte lautstark gegen diese Behandlung. So wechselten die beiden in eine größere Voliere 3,50 m x 5,5 m mit zusätzlichem Außenbereich. Es war eine gemischte Gruppe mit einem Rotbugara, Amazonen und Kakadus. Nun zeigte uns Chico sein wahres (?) Naturell. 

Er tobte manchmal durch die Voliere, daß uns Angst und Bange wurde. Arbeiten in der Voliere war nur noch zu zweit möglich, einer mußte immer ein Auge auf die Aras haben. Egon, der eigentlich friedlich war ließ sich von Chico mitreißen und wurde ebenfalls unberechenbar. Mehr als einmal mußten wir die Voliere zwar nicht fluchtartig verlassen, jedoch den geordneten Rückzug antreten. Sogar der große Weißhaubenkakadu Cäsar wurde von Chico vertrieben. Amazonen, die nicht ganz fit waren, hatten bei Chico keine Chance, irgendwo ein ruhiges Plätzchen zu finden. Wir nahmen also eine Amazone nach der anderen aus der Gruppe bis unsere Möglichkeiten erschöpft waren. Alle Volieren waren voll besetzt, wir mußten eine andere Lösung finden. Inzwischen hatten wir auch den Eindruck, dass Egon dem Verhalten von Chico nicht mehr gewachsen war. 

Er sah inzwischen schlimm aus, Chico hatte ihn ordentlich gerupft. Also nahmen wir Chico aus der Voliere und setzten einige Amazonen wieder herein. Nun fing ein fürchterliches Geschrei an, beide Aras schrien lautstark ihren Unmut über die Trennung raus. Schließlich stellten beide das Fressen ein und wir mußten sie wieder zusammen in eine Voliere setzen. Die Freude der beiden war riesengroß, sie haben sich begrüßt und waren wieder wie früher ständig zusammen. Die beiden waren nun wieder in einer Einzelvoliere 2m x 4 m plus Außenbereich. 

Einige Monate ging es gut mit den beiden. Dann hatte Chico dem Egon in Windeseile den ganzen Kopf gerupft und Egon wollte von Chico nichts mehr wissen. Egon schrie schon laut, wenn Chico sich nur in seine Richtung bewegte. Nun mußten wir die beiden wieder trennen. Egon kam wieder in die große Gruppe im Vogelhaus und Chico holten wir ins Vogelzimmer. 
In den vergangenen Monaten haben wir Chico mit verschiedenen Bachblüten und Homöopathischen Konstitutionsmitteln behandelt. Er reagierte auch gut und änderte sein Verhalten mehrmals. Erst einige Zeit später erkannten wir, dass wir an seine wirkliche Konstitution bisher nicht herangekommen waren. Er hatte in seinem Leben bisher zu viel erdulden müssen und sein wahres Wesen sehr gut versteckt.

Dieses sind nur einige Eckpunkte aus dem Leben von Chico, alles hier aufzulisten würde zu weit führen. 
Egon hat sich in der Gruppe mit Rotbugara Jeanie angefreundet. 

Im Vogelzimmer haben wir die Problemtiere und die Kranken untergebracht. Da Chico immer noch nicht freiwillig fliegt, haben wir ihn frei im Zimmer ins Geäst gesetzt. Er hat nun einen Bereich von ca. 2 m x 3,5 m, leider keinen Außenbereich. Im Vogelzimmer sind noch ein Rotbugara, ein Rosakakadu, ein Weißhaubenkakadu und zwei Graue untergebracht. Die kranken Tiere sind durch Gitter vor Chico geschützt, falls er doch mal losfliegen würde. Chico schreit oft unerträglich laut und länger anhaltend. Er läßt sich dann kaum beruhigen. Wir mußten uns für ihn etwas einfallen lassen. 
Normalerweise entwöhnen wir die aufgenommenen Papageien vom Menschen und gewöhnen sie wieder an Artgenossen. Dieser Weg ist manchmal sehr mühsam, aber bis auf wenige Ausnahmen stets erfolgreich. Nun gingen wir bei Chico den umgekehrten Weg. Chico gewöhnten wir jetzt an uns, er sollte erst mal Vertrauen in einen Menschen fassen. Dieses war meine Aufgabe, ich beschäftigte mich regelmäßig mit ihm, sprach ruhig mit ihm, spielte ihm Musik vor. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, Chico genießt es wenn ich mich mit ihm ganz alleine beschäftigte. Er duldete aber keine Nähe, kam ich ihm zu nahe, preschte er blitzschnell vor und biß mit dem Schnabel, da ich ebenfalls schnell war, ins Leere. Mit einer ausgefallenen Schwungfeder begann ich ihn vorsichtig zu streicheln. Zuerst saß er sehr angespannt mit eng angelegtem Kopfgefieder, die Pupillen winzig klein. Völlig unerwartet kamen wieder seine Attacken und nun biß er in die Feder. Ich blieb ruhig und wiederholte das Ganze mehrfach am Tage. Nach einigen Tagen saß Chico richtig entspannt da, die Federn leicht aufgestellt, die Pupillen groß und ruhig. Inzwischen genießt er diesen sozialen Kontakt und neigt den Kopf leicht, wenn ich mit der Feder komme. Wir überlegten, wie wir ihn fordern konnten, einfach nur so rumsitzen, ein bißchen im Geäst knabbern und klettern, warten dass ich zu ihm komme, dass war einfach zu wenig Beschäftigung. Wir dachten uns einige Spiele aus die wir mit ihm spielen wollten.

Zielsetzung der Spieltherapie
Wir möchten Chico nach erfolgreicher Therapie wieder in eine Gruppe integrieren. Er soll ein für ihn akzeptables Leben in Gefangenschaft führen können, ohne ständige Aggressionen gegenüber Artgenossen und vor allem ohne ständigen Streß für ihn. Ob er jemals aufhört sich die Federn auszurupfen ist fraglich, aber wir werden sehen wie (oder ob) er sich verändert. Über die Beschäftigung, das Spielen, mit ihm hoffen wir, einen wirklichen Zugang zu ihm zu finden. 

Die Spieltherapie für Chico
Wir bauten einen Spieltisch mit einer massiven Holzplatte von etwa 100 x 80 cm.Dann besorgten wir uns ein Steckspiel für Kleinkinder. Unterschiedlich geformte Klötzchen müssen in eine Holzbox in passende Öffnungen gesteckt werden. Die Klötze sind in verschiedenen Farben und Formen. Damit Chico die Klötze besser mit seinem großen Schnabel greifen kann, schraubten wir in jeden Klotz eine Ringschraube. Wir begannen mit zwei Klötzen, einem gelben und einem roten. Das Gelbe war viereckig, das Rote rund. 

29.11.06 1. Woche
Wir holen Chico aus dem Vogelzimmer, das gestaltet sich aber schwierig, da Chico nicht auf einen Stock kommt. Also müssen wir ihn überlisten und ihn auf den Tisch setzen. Zuerst haben wir einen dicken Ast auf dem Tisch befestigt, auf den will er aber nicht. Er läuft lieber auf der Holzplatte umher. Wir zeigen ihm nun das Spiel, immer mit den gleichen Worten, „hier das Gelbe“ halten wir ihm das gelbe Klötzchen hin und legen es auf die Holzbox. Das rote lassen wir zunächst liegen. Wir belohnen ihn wenn er das Gelbe nimmt, auch wenn er es anschließend fallen läßt. Chico begreift blitzschnell, dass er, wenn er das Gelbe nimmt, eine Belohnung erhält. Bereits beim dritten Spiel nimmt er das Gelbe, schaut mich an, legt das Gelbe wieder hin und schaut nach dem Leckerchen.

 Er hat den ersten Teil des Spieles schon erfaßt. Anschließend darf er noch mit einem Karton und einigen anderen Hölzern auf dem Tisch spielen. Dann setzen wir ihn zurück ins Vogelzimmer. Auch dieses Mal müssen wir ihn überlisten auf den Stock zu gehen. Bereits am ersten Abend ändert Chico sein Verhalten nach dem Spielen. Er ist ruhiger und ausgeglichener und vor allem leiser. 
Der 2. bis 4. Tag verläuft ähnlich. Wir holen Chico ungefähr zur gleichen Zeit und mit den gleichen Worten aus dem Zimmer, spielen etwa 15 – 20 Minuten mit ihm und bringen ihn wieder zurück. Er ist immer noch ruhiger als vor der Spieltherapie.
Am 5. Tag wartet Chico bereits auf uns und er geht von alleine auf den Stock. Wir spielen wieder mit den beiden Klötzchen, gelb und rot. Er nimmt das Gelbe häufig und schmeißt das rote oft vom Tisch. An diesem Tag ist der Kakadu Coco sehr laut und Chico kann sich nicht konzentrieren, wir brechen das Spiel ab und Chico darf noch etwas auf dem Spieltisch bleiben. Dann bringen wir ihn zurück ins Zimmer. Er geht problemlos auf den Stock. 

4.12.06 2. Woche
in der zweiten Woche lernt Chico das Gelbe sicher auszuwählen 

Nach zwei Wochen Spieltherapie ist Chico weiterhin ausgeglichen, zwei winzige Daunen wachsen an seinem Bauch, er schreit, laut wie ein Ara nun mal ist, aber das anhaltende laute Geschrei hat er vollkommen eingestellt. Er wartet jeden Nachmittag auf sein Spiel und wir haben den Eindruck, daß es ihm Spaß macht. 

11.12.06 3. Woche
Seit heute spielen wir mit 4 verschiedenen Holzklötzen mit Chico. Er kann das Gelbe gut auswählen, legt es immer öfters auf die Box, manchmal schmeißt er es auf den Boden. Das Rote schmeißt er meistens vom Spieltisch. Ab und zu schiebt er das Gelbe auf der Box fast auf die richtige Öffnung. Wir loben ihn natürlich ausgiebig und er bekommt ein Leckerchen. Chico nimmt nicht immer ein Leckerchen als Belohnung an, ihm ist es wichtiger, dass wir uns überhaupt mit ihm beschäftigen. Das laute anhaltende Geschrei hat er nicht wiederholt. 

18.12.06 4 Woche
Wir spielen täglich, Chico spielt konzentriert mit.
Am Mittwoch überrascht uns Chico. Wir holen ihn aus dem Zimmer und setzen ihn auf den Spieltisch. Dann bauen wir das Spiel auf, ohne Aufforderung von uns nimmt Chico das Gelbe und legt es auf die Box. Dann schaut er uns an, wir loben ihn ausgiebig und er bekommt ein Leckerchen, dann wiederholen wir das Ganze. Da Chico das Gelbe nun immer nimmt und auf die Box legt, zeigen wir ihm jetzt das „Rote“. Genau wie zu Beginn der Spieltherapie sagen wir nun „hier das Rote“, er nimmt das Rote und legt es auf die Box. Nun kann er zwei Farben sicher erkennen und auswählen.
Am nächsten Tag wiederholen wir das Spiel. Wir legen wie immer 4 verschiedene Klötzchen auf den Spieltisch, dann zeigen wir Chico, wo die Klötzchen in die Box gesteckt werden sollen. Danach räumen wir die Box wieder aus, Chico nimmt das Gelbe legt es auf die Box, dann fordern wir ihn auf, das Rote zu nehmen. Er nimmt das Rote und legt es auch auf die Box. Dann schmeißt er die anderen Klötzchen vom Tisch. Wir wiederholen das Ganze noch einmal und wieder erkennt er die Farben gelb und rot. Ein drittes Mal will er aber nicht wiederholen. Nun darf er noch mit anderen Holzsachen auf dem Tisch spielen. Wir haben einige Astscheiben, ca. 4-5 cm Durchmesser und etwa 1 cm dick, die rollen wir auf dem Tisch auf Chico zu. Manche läßt er vom Tisch rollen, manche fängt er mit dem Schnabel auf und legt sie zurück in den Korb. Dieses Spiel gefällt ihm außerordentlich gut, wir wiederholen es einige Male. 

Chico ist nach 4 Wochen Spieltherapie viel umgänglicher geworden. Er ist ausgeglichen, ab und zu ist er laut wie ein Ara, er klettert mehr in den Ästen und benagt diese auch intensiver. Er duldet unsere Nähe und schreit nicht gleich wie früher wenn wir ihm zu nahe kamen. An seinem Bauch wachsen immer noch zwei winzige Daunen.
Wir sind mit dem bisherigen Verlauf der Therapie zufrieden. 

25.12. 5. Woche 
Damit es nicht zu langweilig wird, haben wir ein zweites Spiel gebastelt. Auf eine Platte haben wir vier runde Hölzer in verschiedenen Farben geschraubt. Die Hölzer haben eine Aussparung, in die ein kleines Rundholz paßt. Die kleinen Hölzer haben die gleichen Farben wie die großen und eine Schraube zum Greifen. Wir legen unter ein kleines Holz ein Leckerchen, nennen nun die Farbe, gelb, und Chico nimmt das Gelbe hoch und findet das Leckerchen. Dann wiederholen wir das Ganze, stellen das Spiel aber andersherum auf. War das Gelbe vorher auf der rechten Seite ist es nun auf der linken Seite. Chico geht zunächst an die gleiche Stelle, dort ist aber jetzt das rote Holz und darunter ist kein Leckerchen, dann geht er zielsicher zum Gelben und findet das Leckerchen. In den nächsten Tagen wiederholt sich dieses immer wieder, Chico geht zuerst an die gleiche Stelle, danach geht er zur richtigen Farbe. 
Wir spielen weiterhin täglich das Steckspiel. Er kennt nun alle 4 Farben. Wenn er gut drauf ist legt er nacheinander das Gelbe, das Rote, das Blaue und das Grüne auf die Box. Er kann die Holzklötzchen noch nicht in die richtigen Öffnungen stecken, aber er legt sie manchmal genau darauf. Er wartet jeden Nachmittag darauf, dass wir ihn holen. An manchen Tagen hat er nicht die richtige Lust für ein Spiel, er beschäftigt sich dann mit den Sachen im Holzkorb. Wir überlassen ihm die Wahl, geht er nicht auf unser Spiel ein, lassen wir ihn einfach die Holzstücke benagen und ein wenig auf dem Spieltisch herumlaufen. 

1. Jan. 6. Woche

Wir spielen täglich mehrere Spiele. Chico ist fast jeden Tag konzentriert dabei. Er hat sich sehr an mich gewöhnt. Sobald Elena oder Mirjam mit ihm spielen und ich nur zuschaue, spielt er nicht richtig mit. 
Am Freitag hat er das runde Rote erstmals richtig in die Öffnung gesteckt. Zufällig oder bewußt ?
Die runden Hölzer auf dem Tisch rollen macht ihm großen Spaß, er fängt sie meistens auf und bringt sie zurück in den Korb. 

8. Jan. 7. Woche

Damit Chico sich daran gewöhnt, dass wir nicht jeden Tag Zeit haben, mit ihm zu spielen, lassen wir gelegentlich mal einen Tag aus. Es scheint Chico aber nichts auszumachen. Auch an den Tagen, an denen wir nicht mit ihm spielen, ist er ausgeglichen und zufrieden. Chico spielt diese Woche unterschiedlich gut mit, mal konzentriert mal übermütig. Er sucht sich inzwischen auch selbständig Holzklötzchen aus dem Korb und benagt sie. Beim 2. Spiel geht Chico zum ersten Mal nicht erst zu der Stelle, an der wir das Leckerchen beim Mal vorher versteckt hatten, sondern sofort zur richtigen Farbe.
Außerdem hat er bei der Box das Grüne in die passende Öffnung gesteckt- zwar senkrecht anstatt waagrecht, aber immerhin. 
Sonntag spielen wir im Wintergarten, die Sonne scheint herrlich und Chico spielt konzentriert mit. Er zeigt mir, dass er beide Spiele gut beherrscht. Er macht alles richtig, anschließend spielt er noch übermütig mit den Holzsachen im Korb. Ich schiebe ihm einen Freisitz an den Spieltisch und er klettert nach Aufforderung darauf. Er geht problemlos auf den Stock und läßt sich ins Zimmer zurücktragen. Anschließend versuche ich ihn zu duschen und bin verblüfft. Chico hatte immer Angst vorm Duschen, er verkroch sich in die letzte Ecke zog den Kopf ein und schrie. Heute sitzt er vergnügt da, öffnet die Flügel, stellt das Kopfgefieder leicht auf und geniest die Dusche. 

Nach 7 Wochen macht Chico einen zufriedenen Eindruck, er ist munterer als früher, klettert wesentlich mehr im Geäst, nagt mehr an den Ästen, frißt sehr gut und ist ausgeglichen. Das laute Dauergeschrei hat er bis jetzt nicht wiederholt.

15. Januar 8. Woche
Nachdem das Wetter so gut ist, spielen wir mit Chico im Wintergarten. Am liebsten spielt er mit den runden Holzscheiben oder klettert auf dem Freisitz. Manchmal läßt er die Holzscheiben vom Tisch rollen, manche fängt er mit dem Schnabel auf schmeißt sie entweder vom Tisch oder legt sie in den Korb zurück. Am Freitag rollt er sogar mehrere zu mir zurück. Es macht uns beiden Spaß. 

23.01 9. Woche

Mittlerweile kennt er Chico die Farben sicher. Beim Spiel mit der Box nimmt er die Klötzchen ohne Zögern in der richtigen Reihenfolge und legt sie oben drauf- auch als das Grüne direkt vor seinen Füßen liegt, als eigentlich das Blaue an der Reihe ist, nimmt er erst das weiter weg liegende Blaue und dann erst das Grüne. Beim Holzscheiben-Rollen fängt er alle auf und legt sie zurück in den Korb. 
Wenn wir gerade nicht am Spielen sind und Chico sich frei über den Tisch bewegen darf, scheint er meine Nähe zu suchen. Er setzt sich immer an die Ecke, an der ich auch stehe, und wenn ich mich woanders hinstelle, bewegt sich auch Chico dorthin.
Inzwischen merkt man auch deutliche Verhaltensunterschiede am Tisch. Chico bläht seinen Kropf nur noch am Anfang auf und dann während des gesamten Spiels nicht mehr. Außerdem klettert er wie selbstverständlich auf den Holzkorb, nimmt sich unterschiedliche Klötze und benagt sie oder schmeißt sie auf den Boden etc. 

Nach 9 Wochen Spieltherapie ist Chico weiterhin zufrieden. Er genießt etwa jeden zweiten Tag die Dusche, er ist ausgeglichen, nagt sehr viel mehr an den Ästen, klettert ausgiebig im Geäst.
Leider rupft er sich immer noch die kleinen nachwachsenden Federn aus, aber sie wachsen wenigsten wenn auch langsam. 

29.01.07 10.- 12. Woche
Chico spielt weiterhin gut mit, die Farben kennt er sicher. Am Freitag läuft Chico auf dem Tisch immer etwa 30 cm hin und her und schaut auf den Boden. Wir haben den Eindruck er möchte auf den Boden fliegen, traut sich aber nicht. An einem anderen Tag spielt Chico sehr übermüttig und hüpft sogar von seinem Spieltisch auf Arachens Korb, der auf einem Stuhl steht.

21.02.07 13.Woche 
Chico ist viel zu sehr auf mich fixiert, deshalb spielt ab heute Elena mit ihm. Zunächst schaue ich den beiden vom Vogelzimmer aus zu, wo Chico mich weder sehen noch hören kann. Chico ist etwas unkonzentriert und schreit viel, aber trotzdem spielt er ganz gut mit. Er fängt die Holzscheiben auf, die Elena ihm rollt, aber meistens lässt er sie auf den Boden fallen. Auch auf seinem Freisitz klettert er gerne. Um jetzt anfangs nicht zu viel auf einmal zu versuchen, lassen wir die Steckbox heute sein. Das andere Spiel spielt Chico (etwas widerwillig) mit. 
Ab Donnerstag setzt Elena ihn auch selber auf den Tisch und bringt ihn nach dem Spielen wieder zurück ins Zimmer. Beide Male kommt Chico sofort ohne zu zögern auf den Stock und lässt sich problemlos tragen. Das Spielen klappt inzwischen gut, Chico konzentriert sich jetzt richtig auf Elena. Allerdings darf er mich weder sehen noch hören. Für die Steckbox interessiert sich Chico nicht mehr allzu sehr. Er spielt lieber das andere Spiel oder mit den Holzscheiben und klettert auf seinem Freisitz.

Nach 13 Wochen Spieltherapie ist Chico immer noch sehr ausgeglichen, das langanhaltende Schreien war seit Beginn nicht mehr zu hören. Er klettert viel und benagt alle seine Äste, auch an Stellen, an denen er vorher nie war. Seine Federchen wachsen immer noch nach, aber er lässt sie leider immer noch nicht stehen. Chico wartet jeden Tag schon darauf, dass wir ihn holen und kommt immer sofort auf den Stock- aber auch wenn wir an einem Tag nicht dazu kommen mit ihm zu spielen, toleriert er das ohne zu schreien. 

26.02.07 14. Woche
Chico spielt weiterhin gut mit Elena mit und schreit auch nicht mehr nach mir. 
Donnerstag war es leider zu kalt im Wintergarten, und so mussten wir in der Küche spielen. Dort spielt Chico inzwischen ganz gut mit. Auf einmal ist er heute hoch auf die Anrichte gehüpft, wo wir immer seine Leckerchen liegen haben. Er hat die Leckerchen aber nicht angerührt und Elena konnte ihn mit dem Stock zurück auf den Tisch setzen. Später ist er noch einmal hoch gehüpft und diesmal kam er auch nicht auf den Stock, sondern flog über die Anrichte auf den Boden. Von dort konnte sie ihn aber wieder auf den Tisch setzen. Ab da wollte Chico nur noch hoch hüpfen, und wir haben für heute aufgehört. 

09.03.07 15./16. Woche
Inzwischen spielt Chico auch dann mit Elena, wenn er mich nebenan hört. 

19.03.07 17.-20. Woche
Chico spielt weiterhin gut mit. Sogar für die Steckbox interessiert er sich wieder. Er legt alle vier Klötzchen auf die Box und sogar an die richtige Stelle. Richtig reinstecken kann er sie allerdings nicht.

wird fortgesetzt ....