Nützliche Tips - Pilzbekämpfung auf natürliche Weise 

In letzter Zeit erreichen uns vermehrt Anfragen von Papageienhalter zur Aspergillose Ich möchte daher unsere Maßnahmen zur Gesunderhaltung unserer Papageien vorstellen 


Die beste Therapie gegen Aspergillose ist frische Luft. 

Papageien, die in Innenräumen gehalten werden erkranken öfters als ihre Artgenossen in Außenvolieren. Wir sorgen dafür, dass die gesamte Raumluft mindestens drei mal täglich ausgetauscht wird. Dabei achten wir auf zugfreies Lüften. 

Papageien leben in tropischen Regionen. Viele Halter vergessen aber, dass es dort ziemliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gibt. Welche Papageien übernachten in unseren Landen schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ? Gerade die Temperaturschwankungen sind aber für die Gesunderhaltung der Tiere wichtig. Die Heizungsluft ist oft mitverantwortlich an einer Aspergilloseerkrankung. Bei uns im Tierschutzzentrum überwintern Graupapageien, Amazonen und Kakadus bei 5-10 Grad, einige Aras die ein ramponiertes Gefieder haben bei ca. 15 Grad. Selbst bei minus 10 Grad suchen einige der Papageien noch stundenweise die Außenvolieren auf. Wir haben unsere Papageien langsam an kühlere Temperaturen gewöhnt. 

Eine ausgewogene Ernährung ist natürlich sehr wichtig. Ein gutes Grundfutter (Körnermischung) plus Obst, Gemüse und Grünfutter, je nach Saison, sollte täglich angeboten werden. Ebenso darf Grit (Muschelkalk) und grüne Mineralerde (Tonerde oder grüner Lehm) nicht fehlen. 

Wir bieten unseren Papageien auch täglich Nüsse an. Die Diskussionen hierzu werden ziemlich kontrovers geführt. Aber auch Nüsse haben wertvolle Inhaltsstoffe und vor allem Papageien beschäftigen sich gerne mit ihnen. Wir verwenden nur unbehandelte Nüsse aus biologischem Anbau, wie Erdnüsse, Walnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Mandeln und Pistazien, alle in der Schale. Zirbelnüsse sind leider nur aus konventionellem Anbau erhältlich, aber auch diese verfüttern wir täglich. Cashewkerne sind ohne Schale und ein ganz besonderer Leckerbissen für unsere Papageien. 

Die Kerne des Ölkürbis sind wegen ihrer besonderen Inhaltsstoffe außerordentlich gesund für Mensch und Tier gleichermaßen (siehe auch Seite Kürbiskernöl) 

Mindestens genauso wichtig wie eine gesunde Ernährung ist viel Bewegung. 

Die Papageien sollen so viel Freiflug bekommen wie sie möchten. Dabei nutzen wir das natürliche Verhalten der Tiere. Papageien im Freiland fliegen in den frühen Morgenstunden von ihren Schlafplätzen zu den Futterplätzen. Dabei legen sie oft viele Kilometer zurück. Nach einer ausgiebigen Futteraufnahme ziehen sie sich über die Mittagszeit zurück um dann wieder am Nachmittag neue Futterplätze aufzusuchen. Dieses Verhalten können wir bei unseren Papageiengruppen in den Vogelhäusern beobachten. Die Hauptaktivitätszeiten und die Nahrungsaufnahme sind am frühen Morgen und am Nachmittag.

Natürliche Pilzbekämpfung

Viele der von uns aufgenommenen Papageien, leiden an Leber- und Nierenerkrankungen, an Atemwegserkrankungen und eben an Aspergillose. Die Vorgeschichte ist in vielen Fällen unbekannt oder nur in Teilen bekannt. Die meisten Erkrankungen sind auf falsche Haltung, Fehlernährung oder Medikamente zurückzuführen. 

Wir haben mit einigen natürlichen Mittel gute Erfolge erzielt 

Teebaumöl 

reines Teebaumöl wenden wir in der Aromalampe an. In die Wasserschale einige Tropfen Teebaumöl geben und über Nacht in der Voliere oder im Vogelzimmer aufstellen. Das Teelicht brennt einige Stunden und das Teebaumöl entfaltet sein Aroma im Raum. Alle Vögel im Raum atmen es ein und meistens ist bereits am nächsten Tag ein abklingen der Atembeschwerden bei den Vögeln zu beobachten. Wir behandeln unsere Tiere (bei akuter Erkrankung) 5 Nächte mit der Aromatherapie und wiederholen nach Bedarf oder prophylaktisch 4 mal im Jahr eine Therapie über 5 Nächte.

Im Vogelzimmer oder in der Voliere schützen wir die Aromalampe, in dem wir ein Käfigoberteil darüber stülpen.

 

Elektr. Vernebler

Aromalampe mit Teelicht


Grapefruitkernextrakt



Rein zufällig wurde von Gärtnern beobachtet, dass Grapefruitkerne auf Komposthaufen kaum verrotten. Ein Schutzmechanismus der Kerne schützt sie vor einem Angriff durch Bakterien. 

Durch Zermahlen und Auswalzen der Grapefruitkerne wird der zähflüssige, gelbliche Grapefruitkern-Extrakt gewonnen. Er ist reich an verschiedenen wertvollen Schutzstoffen. 

Grapefruitkern-Extrakte sind reich an Flavonoiden, z.B. Naringin, Hesperidin, Neohesperidin, Quercetin, Kämpherol, Rutin, Limonin, Poncirin und anderen. Als Radikalfänger unterstützen diese Flavonoide die körpereigene Abwehr. Sie stimulieren die Immunabwehr durch den Darm, in dem vermehrt Antikörper gegen Erreger produziert werden. Einige Flavonoide, z.B. das Kämpherol, hemmen selbst das Wachstum von bestimmten Bakterien, Viren und Pilzen. 

Wir verwenden Grapefruitkernextrakt in akuten Fällen, 1 Tropfen in 250 ml Trinkwasser, Saft oder in einem Brei vermischt. 

Zur Gesunderhaltung und Vorbeugung 4 mal jährlich, 1 Tropfen in 250 ml Trinkwasser über 5 Tage 

Grapefruitkernextrakt kann auch genau so wie Teebaumöl in der Aromalampe verwendet werden, hier genügt ein Tropfen ins Wasserschälchen. Anstelle der Aromalampe mit Teelicht, kann auch ein Vernebler eingesetzt werden. Wir geben ein paar Tropfen Teebaumöl in die Wasserschale des Verneblers.

Achung : Grapefruitkernextrakt nie pur verwenden, grundsätzlich verdünnen

In schwierigen Fällen oder bei unklaren Symptomen konsultieren wir einen Tierarzt. 

Extrakt aus dem Kern der Grapefruit läßt sich nicht nur in der allgemeinen Gesundheits-Vorsorge für Menschen und Tiere verwenden, sondern auch als natürliches Antiseptikum und Desinfektionsmittel im Haushalt. 

Grapefruitkernextrakt kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Es sollte aber nur in stark verdünnter Form eingenommen werden. Man bezeichnet es teilweise auch als pflanzliches Antibiotika, da es entzündungshemmend wirkt und nebenwirkungsfrei ist 

Wir verwenden Grapefruitkernextrakt zur Desinfektion der Volieren, von Zubehör und bei der Reinigung von Futtergang und Volierengitter. Einfach einige Tropfen ins Wischwasser geben oder einige Tropfen in eine Sprühflasche mit Wasser geben und damit den Sand auf dem Volierenboden besprühen. 

Früchte, die besonders empfindlich sind, waschen wir mit Wasser und einem Tropfen Grapefruitkernextrakt. Nach ca. 10 Min. entfaltet der Extrakt seine volle Wirkung. 



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